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Fatigue bei Tumorpatienten – häufig unterschätzt – gut therapierbar




Noch vor einiger Zeit wurden vor allem Schmerz, Übelkeit und Erbrechen mit der Tumortherapie assoziiert. Aber neue Behandlungsformen, immer vielschichtigere und zugleich aggressivere Therapeutika und Behandlungsmethoden haben in den letzten Jahren in der Tumortherapie Einzug gehalten und warten mit neuen Problemen im Rahmen des Nebenwirkungsmanagements auf. Immer mehr Patienten klagen über lang anhaltende Erschöpfungszustände, Antriebslosigkeit, emotionalen und mentalen Leistungsabfall, der sich durch Schlafen nicht korrigieren lässt. Die Patienten sind dadurch dauerhaft und nachhaltig in Ihrer Lebensqualität beeinträchtigt – und es werden immer mehr. Bereits im Jahr 1999 zeigten Stone et al. auf, dass 75 Prozent der Krebspatienten an einem Phänomen leiden, das vom Umfeld des Patienten immer wieder unterschätzt wird, dem Fatigue-Syndrom.

Unter Fatigue versteht man einen selbst wahrgenommenen, anhaltenden Zustand physischer Erschöpfung mit stark reduzierter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Zu den Hauptursachen der Fatigue zählen die tumorbedingte Anämie, Mangelernährung, Schlafstörungen und Inaktivität, emotionale Belastung durch Stress, Angst, Depression sowie tumorassoziierte Zytokinexposition und allen voran die Krebstherapie selbst (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) (1).

Auftreten

Akute Fatigue-Symptomatik ist oft schon bei Diagnose nachweisbar und kann auch nach abgeschlossener Behandlung noch mehrere Jahre lang in der Nachsorgephase anhalten. Die Fatigue nimmt den Patienten Lebensmut und Zuversicht und zieht Energie ab, die sie in der Krankheitsbewältigung unbedingt brauchen.

Therapie

Die multifunktionellen Ursachen erfordern ein multiples, teilweise fachübergreifendes therapeutisches Vorgehen. Das Behandlungskonzept für Fatigue sollte alle beteiligten Ebenen mit Priorität der individuellen Leitsymptomatik berücksichtigen. Hierzu wird neben der symptomatischen Behandlung der psychischen Folgen die Mangelsubstitution mit dem Vitaminoid L-Carnitin diskutiert. Einen wesentlichen Stellenwert in der Behandlung der Fatigue nimmt seit Jahren die Therapie mit Mistelpräparaten, vorwiegend der anthroposophischen Richtung, ein.

Hierzu sind in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Studien durchgeführt worden, die durchweg zum Ergebnis kommen, dass eine Misteltherapie zur nachhaltigen Verbesserung der Gesamtlebensqualität und zur Verbesserung der Fatigue-Symptomatik einen wesentlichen Beitrag leistet.

Studien

Tröger et al. konnten in einer randomisierten Studie nachweisen, dass sich die Lebensqualität von fortgeschrittenen Mammakarzinom-Patienten in allen Bereichen wie Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion und Sozialfunktion unter einer Therapie mit dem Mistelgesamtextrakt Helixor ® A signifikant verbessert (2). Piao et al. zeigten in einer randomisierten Multicenterstudie, dass die Therapie mit Helixor® A nicht nur die Gesamtlebensqualität von Mamma-, Ovarialund Bronchialkarzinom-Patienten signifikant verbessert, sondern auch zu einer Reduktion der Fatigue um 9,3 % gegenüber der Kontrollgruppe führte (3).

Ferner gibt es eine ganze Reihe von Fallberichten, die unter Misteltherapie Fatigue bei Tumorpatienten – häufig unterschätzt – gut therapierbar über eine deutliche Linderung des Fatigue- Syndroms sowie eine spürbare Erleichterung der betroffenen Patienten berichten – so ließ sich durch Einsatz der Misteltherapie eine beträchtliche Besserung bei Patienten mit rezidivierendem Mammakarzinom dokumentieren (4), (5).

Fazit

Aus den Studien und Erfahrungen ergeben sich klare Belege für den Nutzen eines Einsatzes der Misteltherapie in der Fatigue-Behandlung. Dabei ist die Misteltherapie ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Gesamtkonzeptes zum modernen Nebenwirkungsmanagement, um dem für den Patienten sehr belastenden Syndrom der Fatigue zu begegnen. Die Misteltherapie stellt eines der wesentlichen und nachweislich wirksamen Instrumente im Management therapiebedingter Nebenwirkungen, insbesondere des häufig auftretenden Fatigue-Syndroms, dar.


Quellen:
  1. National Cancer Intitut (NCI): Fatigue, www.cancer.gov/cancertopics
  2. Tröger et al. Onkologie 33, suppl.2, 2010, 34
  3. Piao et al. Anti Cancer Research 24, 2, 2004, 303-310
  4. Wode et al. Cases Journal 2, 2009, 77
  5. Kiene et al. Erfahrungsheilkunde, 53, 2010, 193-209


Quelle: Praxis Magazin 5 / 2012     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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