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Mistelextrakte optimieren leitliniengerechte onkologische Behandlung




Gerade bei der leitliniengerechten Behandlung von Krebspatienten wird die gleichzeitige Gabe eines Mistelpräparates seit Jahren emotional diskutiert. Während die Befürworter eine Optimierung der onkologischen Behandlung propagieren, lehnen die Kritiker die Misteltherapie mit dem Hinweis auf mögliche Interaktionen und Schwächung der onkologischen Standardtherapie vehement ab. Mehrere hochrangig publizierte Studien konnten gerade in letzten Jahren hier für mehr Klarheit sorgen.

Nach wie vor gehört die Anwendung einer Chemotherapie zur Standardmedikation bei vielen onkologischen Erkrankungen. In einer aktuellen Phase I Studie wurde die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer Kombination von Gemcitabin und Mistelextrakten, auch gerade im Hinblick auf eine Wirksamkeitsverbesserung der Chemotherapie, untersucht. Ziel war die Ermittlung der maximal tolerablen Dosis (MTD) und die Untersuchung der möglichen Interaktionen. Die Patienten litten alle an einer Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium. 17 Patienten hatten ein kolorektales, 12 ein Mamma-,10 ein Pankreas- und 5 ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom. Mit Ausnahme des kolorektalen Karzinoms ist Gemcitabin bei all diesen Tumorentitäten für die Monotherapie im fortgeschrittenen Krebsstadium zugelassen.

Effektivitätssteigerung der Chemotherapie

Die Studie ergab, dass Gemcitabin durch Zugabe von HELIXOR® A in seiner Wirksamkeit nicht beeinträchtigt wird: Im Gegenteil, es können bei guter Verträglichkeit um 30 % höhere Dosen als üblich verabreicht werden, was für die Möglichkeit einer erhöhten Effektivität der Chemotherapie durch Zugabe von HELIXOR® A spricht. Auch die Verträglichkeit der Chemotherapie konnte verbessert werden, gerade im Hinblick auf hämatologische Komplikationen (Neutropenie).

Lebensqualitätssteigerung unter Chemotherapie und in der Nachsorge

In einer aktuellen Pilotstudie mit 95 Mammakarzinom-Patientinnen in den Erkrankungsstadien I bis III wurde die Frage der Lebensqualitätssteigerung durch Mistelpräparate näher untersucht. Die Studienergebnisse zeigten eine signifikante und klinisch relevante Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen unter einer Standard-Chemotherapie, wenn zusätzlich HELIXOR® A subcutan gegeben wird. Weiterhin kam es zu einer deutlichen Reduktion der chemotherapiebedingten Nebenwirkungen.

Auch im Rahmen der so genannten Nachsorge von Brustkrebspatientinnen konnte mit Hilfe einer epidemiologischen Kohortenstudie von Beuth et. al. aus dem Jahr 2008 nachgewiesen werden, dass die Misteltherapie mit verschiedenen HELIXOR®-Präparaten die Gesamtbeschwerden von Mamma-Karzinom- Patientinnen nach der tumordestruktiven Standardtherapie mehr als deutlich verbessert. Der Effekt verstärkte sich bis zum fünften Jahr der Nachsorge und war ab dem zweiten Jahr statistisch signifikant. Nicht-onkologische Begleiterkrankungen und deren Behandlungen hatten keinen Einfluss auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Misteltherapie.

Sicherheit der Misteltherapie

Insgesamt liegen Studien und Dokumentationen von mehr als 10.000 Patienten vor, welche Aussagen zu den Nebenwirkungen von Mistelpräparaten machen. Häufig wurden dosisabhängige und vor allem zu Beginn der Therapie auftretende Lokalreaktionen an der s.c. Einstichstelle beobachtet. Diese eng umschriebenen Lokalreak- Mistelextrakte optimieren leitliniengerechte onkologische Behandlung tionen sind meist mit Rötungen oder auch Schwellungen und Juckreiz verbunden. Diese verschwinden in der Regel im Laufe der Weiterbehandlung folgenlos. Lediglich Lokalreaktionen mit einem Durchmesser über 5 cm sind dosislimitierend. Solche Reaktionen wie auch Temperaturerhöhungen sind ein Indikator für die notwendige Mobilisierung organismuseigener, gegen den Tumor gerichteter Prozesse.

Misteltherapie als fester Bestandteil einer onkologischen Therapie

Experten sind sich heute darüber einig, dass die Misteltherapie die Schulmedizin hervorragend unterstützen kann und aus diesem Grund begleitend eingesetzt werden sollte. Sie hat sich als Begleitmedikation in der Krebstherapie etabliert. Ziel einer Misteltherapie ist somit die Steigerung der Lebensqualität in allen Phasen einer Tumorerkrankung und die Verminderung chemotherapieassoziierter Nebenwirkungen.


Quellen:
  1. Beuth, J. et al., Mistelextrakt in der Nachsorge von Mammakarzinompatientinnen, EHK,2008; 57: 149 – 153.
  2. Mansky, P.J. et al.: NCCAM / NCI phase I study of mistletoe extract and gemcitabine in patients with advanced solid tumors. J Clin Oncol 28:15S, 2010 (suppl; abstr 2559).
  3. Tröger et al.: Onkologie 2010; 33 (Suppl. 2) S. 34.


Quelle: Praxis Magazin 4 / 2012     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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