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Was heißt palliative Tumortherapie?




Aufgrund der aktuell gültigen Arzneimittelrichtlinie sind Mistelpräparate im Indikationsgebiet „maligner Tumor“ mit dem Therapieziel „palliative Tumortherapie zur Verbesserung der Lebensqualität“ zweifelsfrei kassenärztlich verordnungsfähig. Unklarheit besteht allerdings zuweilen darin, wie der Begriff „palliative Tumortherapie“ zu verstehen ist und ob er gleichbedeutend mit dem Begriff „Palliativmedizin“ ist. Hier muss deutlich differenziert werden, denn die palliative Tumortherapie ist weitreichender und umfassender als die Palliativmedizin.

Während die Palliativmedizin ausschließlich auf die Linderung von Leiden (z. B. Schmerztherapie) im Endstadium einer nicht heilbaren, progredienten, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung zielt, versteht man unter dem Begriff der palliativen Tumortherapie die Behandlung von Patienten in einer noch nicht finalen, aber auch nicht mehr kurativ behandelbaren Erkrankung (z. B. im Fall der Chronifizierung einer Tumorerkrankung). Ziel dieser Therapie ist sowohl die Symptomlinderung als auch die Verbesserung der Lebensqualität und wenn möglich die Verlängerung des Lebens.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind inoperable bzw. nur unvollständig entfernte oder bereits metastasierende Tumore nicht mehr kurativ, sondern nur noch palliativ behandelbar. Hier gilt die Misteltherapie als evidenzbasierte Behandlung und ist aus diesem Grund in die Ausnahmeliste der Arzneimittelrichtlinien aufgenommen worden. Auch die Verweigerung der kurativen Therapie durch den Patienten führt sofort zu einer palliativen Situation.

Übergang zwischen kurativer und palliativer Therapie

In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass die Übergänge von einer rein kurativen zu einer rein palliativen Therapie fließend sind. Fernmetastasen, die zu einem palliativen Therapieansatz führen, sind häufig schon zum Zeitpunkt der Operation als Mikrometastasen vorhanden. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Gefahr, dass irrtümlicherweise noch von einem kurativen Therapieansatz ausgegangen wird. Aufgrund dieser Tatsache ist es nur allzu berechtigt, bei Krebspatienten mit einem hohen Metastasenrisiko eine palliative Zielsetzung für die Misteltherapie zu definieren und auch in der Patientenakte zu vermerken. Dies insbesondere dann, wenn bei dem vorliegenden Tumorstadium die Heilungschancen gering sind.

Rezidivhäufigkeit bei ausgewählten Karzinomen

Eine Expertenkonferenz unter der Schirmherrschaft der „Deutschen Gesellschaft für integrative Onkologie“ kam Ende August letzten Jahres zu dem eindeutigen Ergebnis, dass trotz kurativer operativer Behandlung und adjuvanter leitliniengerechter Therapie bei Mammakarzinompatientinnen die Rezidivrate relativ hoch ist (5 bis 10 % lokal, 20 % Thoraxwand). Das höchste Risiko für die Entwicklung eines Rezidivs nach Mammakarzinom, so die Experten weiter, findet sich in den beiden ersten Jahren nach der Erstoperation. Frührezidive haben eine schlechte Prognose und sind selten kurativ behandelbar.

Demgegenüber weisen bereits 10 bis 14 % aller Patienten mit einem kleinzelligen Lungenkarzinom bei der Diagnosestellung Metastasen im Zentralnervensystem auf. Noch schlechter sind die Prognosen für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (6 bis 10 % Was heißt palliative Tumortherapie? aller Patienten im Stadium I und 25 bis 35 % aller Patienten im Stadium II).

Resümee

Bestehen begründete Zweifel daran, dass die Therapie zur Heilung des Patienten führt, da bereits Rezidive vorliegen oder die Wahrscheinlichkeit dafür hoch ist, darf in der Regel genauso wenig wie bei Metastasen oder Inoperabilität von einer kurativen Therapie ausgegangen werden. In diesen Fällen liegt zwar noch keine palliative Situation im Endstadium vor, aber es muss bereits mit einer palliativen Tumortherapie begonnen werden. Die Therapie hat vor allem die Steigerung der Lebensqualität und wenn möglich die Verlängerung des Überlebens zum Ziel. Hier können anthroposophische Mistelpräparate, wie z. B. Helixor oder Iscucin, zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse nach wie vor verordnet werden.



Quelle: Praxis Magazin 3 / 2012     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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