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  Bewältigungsstrategien bei Krebs

Symbiose zwischen Misteltherapie und Psychoonkologie



Rasterelektonenmikroskopische<br> Aufnahme sich teilender<br>
Gebärmutterhals-Krebszellen,
<br>National Cancer Institute
Rasterelektonenmikroskopische
Aufnahme sich teilender
Gebärmutterhals-Krebszellen,
National Cancer Institute
Die Diagnose Krebs ist für den Arzt wie auch für den Patienten in vieler Hinsicht eine große „Herausforderung“. Von heute auf morgen wird unmissverständlich klar, dass menschliches Leben endlich und somit zeitlich begrenzt ist. Was spielt jetzt die entscheidende Rolle? Ist die Verlängerung des Lebens um Wochen bzw. Monate oder im günstigsten Fall auch Jahre, das allein entscheidende oder ist nicht vor allem das sogenannte lebensqualitätsadjustierte Überleben – und damit vor allem die Lebensqualität entscheidend für den jeweiligen Patienten? Die Medizin kann heute das Leben mit Krebs verlängern, aber die Krankheit häufig nicht endgültig besiegen.

In absehbarer Zeit wird Krebs zu den chronischen Erkrankungen zählen. Folglich wird es immer mehr Menschen geben, die sich mit der Erkrankung auseinander setzen müssen und mit ihr leben werden. In diesem Zusammenhang gewinnt die aktive Bewältigungsstrategie (Coping Strategie) eine immer größere Bedeutung. Die Kombination aus anthroposophischer Misteltherapie und psychoonkologischer Begleitung zeigt hier, wie Dr. Harald Matthes, Ärztlicher Leiter am Berliner Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, im Rahmen einer Pressekonferenz aufzeigte, neue Wege auf.

Allein in Deutschland werden insgesamt ca. 28 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Etwa ein Drittel davon für onkologische Therapien. Insgesamt konnte die Rezidivrate im Durchschnitt um 10 bis 14 % reduziert werden, beim Kolonkarzinom zwischen 17 % und 30 %. Jedoch erreichen psychoonkologische Therapien auch vergleichbare Erfolge von 8 % bis 15 % – bei deutlich reduzierten Kosten für die Volkswirtschaft. Allein aus diesem Grund muss die Psychoonkologie in das therapeutische Regime integriert werden. Denn der Mensch ist kein isoliertes sondern ein soziales Wesen, das von Umwelt und zwischenmenschlichen Beziehungen geprägt und gestützt wird. Es ist somit nicht unbedingt entscheidend, ob der Patient 4 oder 6 Wochen länger gelebt hätte, sondern viel wichtiger ist, wie der Patient seine Lebensqualität bis zum Tod beurteilt hat. Nicht umsonst wird mittlerweile auch in großen Studien die Relation von Überlebenszeit zur Lebensqualität gemessen. Aber nicht nur die externe evidenzbasierte Medizin bestimmt die Behandlungsoptionen sondern vielmehr auch die sogenannte interne Evidenz, die vor allem auf Erfahrungen beruht.

Was ist Krebs?

Dr. Harald Matthes,
Ärztlicher<br>Leiter, Med. Klinik mit
Schwerpunkt<br>
Gastroenterologie,
Gemeinschafts-<br>krankenhaus
Havelhöhe, Berlin
Dr. Harald Matthes, Ärztlicher
Leiter, Med. Klinik mit Schwerpunkt
Gastroenterologie, Gemeinschafts-
krankenhaus Havelhöhe, Berlin
Zu Beginn einer jeden Therapie muss sich die Frage gestellt werden, welches onkologische Modell überhaupt richtig ist. Ist der Organismus wirklich die die Summe seiner Teile und sind damit die Krebszellen „nur“ entartete, bösartige und autonome Zellen, die bekämpft und zerstört werden müssen? Ist der Mensch damit ein Produkt seiner Gene? Heute wissen wir, dass der Körper nicht statisch genetisch determiniert ist, sondern, dass zum Beispiel das Stressmanagement zu einer veränderten Genexpression führt, wie erste Studienergebnisse zeigten. Die Gene regulieren also nicht den Körper, sondern die Morphogenese setzt die Gene frei. Generell gilt: Der Gesamtorganismus ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Wie sonst könnte erklärt werden, dass viele Eigenschaften des Organismus nicht auf die Eigenschaften seiner Teile zurückgeführt werden können und dass außerdem unerwartete, überraschende, nicht aus den Teilen vorhersehbare Eigenschaften auftreten können. Krebs muss somit eine Erkrankung des gesamten Organismus sein, indem die individualisierten Kräfte verloren gegangen sind, so Matthes. Dass dieser Paradigmenwechsel mittlerweile stattgefunden hat, bestätigt auch die onkologische Gesellschaft.

Das Krebsgewebe weist auf der zellulären Ebene viele Eigenschaften von embryonalen Zellen auf, wodurch sie so undeterminiert wie Embryonalzellen sind. Aber sie sind zur falschen Zeit, im falschen Raum und in der falschen Umgebung, wodurch es zu einer Zellproliferation kommt, die in einem gesunden Körper unmöglich wäre. Der Organismus hat folglich bei einer Krebserkrankung die Fähigkeit verloren, die übergeordnete Gestaltungskraft, die den Körper in seiner gesamten Anatomie ausmacht, aufrecht zu erhalten. Das Krankheitsbild manifestiert sich in einer fehlgeleiteten Wachstumsregulation der Organe und des Gewebes, in einem komplexen Versagen der Homöostase und in einer Störung des internen Milleus, dass die Morphologie und das Zellverhalten entscheidend reguliert. Im Grunde kommt es zu einem Versagen der kontextuellen Kommunikation von Epithel und Mesenchym. In der Summe ist Krebs damit eine Regulationserkrankung. Die Zelle ist ungebremst und hat sich der geweblich-organismischen Regulation entzogen.

Die Situation des Patienten

Wie zerrissen muss sich folglich ein Patient fühlen, der seinen Krebs besiegen will, erklärte Matthes die emotionale Situation von Krebspatienten. Er fühlt sich häufig mit seiner Erkrankung allein gelassen: Auf der psychischen Ebene, auf der er sich gerade stabilisieren sollte, und auf der physischen Ebene, auf der er gerade durch Strahlen- und Chemotherapie erheblich belastet wird. Es stellt sich daher die Frage, betonte Matthes, ob überhaupt zu jeder Zeit eine onkologische Standardtherapie durchgeführt werden darf – ohne die psychische Verfassung des Betroffenen zu berücksichtigen. Das Risiko einer weiteren und für den Erkrankungsverlauf kontraproduktiven Traumatisierung ist bei Nichtbeachtung der emotionalen Situation von Krebspatienten immer gegeben.

Möglichkeiten der Misteltherapie

Als Gesamtextrakt verfügt die Mistel über etwa 1.000 Inhaltsstoffe, die sich gegenseitig verstärken und im Körper die wichtigen wachstumshemmenden und differenzierenden Kräfte wieder mobilisieren und die Regulation regenerieren. Dazu zählen auch verschiedene Substanzen, die den Tumor hemmen, die das Immunsystem modulieren, die immunprotektiv wirken und sogar eine DNA-Stabilisierung in gesunden Zellen, nicht jedoch in Krebszellen bewirken können. Auf diese Weise werden die Körperzellen geschützt und körpereigene Repair-Mechanismen in Gang gesetzt, was letztlich zu einer Verbesserung der Lebensqualität des Patienten führt. In einer randomisierten, prospektiven Studie mit dem Mistelgesamtextrakt HELIXOR® kam es zu einer signifikanten Erhöhung der Lebensqualität und einer deutlich Reduktion der chemotherapiebedingten Nebenwirkungen einer Standardchemotherapie bei der Behandlung des Mamma-, Ovarial- oder des Lungenkarzinoms.

Die Mistel wirkt auf verschiedenen Ebenen des Organismus, so Matthes. In diesem Zusammenhang ist die Selbstregulation, also die Frage, wie gut ein Individuum auf Herausforderungen reagieren kann, von zentraler Bedeutung: Eine erhöhte Selbstregulation verbessert den therapeutischen Erfolg einer Misteltherapie ganz erheblich – und eben diese Selbstregulation ist – im gewissen Sinne – erlernbar und trainierbar. Bewältigungsstrategien können geschult werden. Dies ist unter anderem die Aufgabe der Psychoonkologie. Folglich sind anthroposophische Misteltherapie und Psychoonkologie eine gelungene Symbiose, um eine aktive Bewältigungsstrategie bei Krebspatienten zu erreichen. Denn dann kann das Immunsystem wieder Krebszellen erkennen und bekämpfen. Betroffene können auf diese Weise ihre Lebensqualität deutlich verbessern und die Überlebenszeit verlängern.

Zusammenfassend, so Matthes, stellt die Misteltherapie bei wissenschaftlicher Betrachtung eine Standardtherapie in der Onkologie dar. Derzeit gibt es außer für die Misteltherapie kein Cochrane Review für ein Onkologikum mit dem gleichzeitigen Nachweis einer Lebensverlängerung und der Verbesserung der Lebensqualität. Aus Patientensicht ist die Misteltherapie deshalb schon lange „Pflicht“. Aus Sicht einer humanen Onkologie wird das vorgestellte Konzept aus der Kombination von Psychoonkologie und Misteltherapie zukunftsweisend sein.

Quelle: Praxis Magazin 4 / 2010     Download PDF-Download

CK

 

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