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  Arbeitsgemeinschaft Tumortherapie

Helixor® von AG Tumortherapie ausgezeichnet



Verleihung des Tumortherapie-<br>Preises 2009 (v. l.: Prof. Müller, <br>Dr. Matthes, Dr. Röder, <br>Prof. Gerber, Prof. Müller)
Verleihung des Tumortherapie-
Preises 2009 (v. l.: Prof. Müller,
Dr. Matthes, Dr. Röder,
Prof. Gerber, Prof. Müller)
Frankfurt - Die Misteltherapie hat ihren festen Platz in der Tumortherapie und zählt zu den am häufigsten eingesetzten onkologischen Therapeutika in Deutschland. Daher wurde unlängst im Rahmen einer Festveranstaltung der anthroposophische Mistelgesamtextrakt HELIXOR® von der Arbeitsgemeinschaft Tumortherapie des international anerkannten H. G. Creutzfeldt-Instituts mit dem Tumortherapie-Preis 2009 ausgezeichnet. Die Jury aus renommierten Klinikern und Praktikern begründeten ihren Beschluss mit einer entscheidenden Optimierung der adjuvanten und palliativen Tumortherapie durch den Mistelgesamtextrakt HELIXOR® verbunden mit einem hohen Zukunftspotential.

Mistelpräparate der anthroposophischen Therapierichtung werden in der Tumortherapie ergänzend zur onkologischen Standardmedikation eingesetzt, um die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und chemotherapieassoziierte Nebenwirkungen zu verringern. Dies führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten in allen Phasen der Tumorerkrankung, bestätigte der Kieler Psychoonkologen Prof. Dr. W.-D. Gerber, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Kiel in seinem Festvortrag. "Zahlreiche klinische Studien konnten dokumentieren, dass die Misteltherapie die Lebensqualität von Krebspatienten erheblich steigert. Insbesondere das körperliche und emotionale Befinden sowie die Alltagskompetenz werden verbessert".

Misteltherapie und Stressvermeidung für ein längeres Überleben

Entscheidend für eine längere Überlebenszeit ist allerdings, betonte Gerber, dass die betroffenen Patienten eine adäquate und aktive Coping-Strategie anwenden. Dazu gehören soziale Unterstützung aus dem Umfeld, eine aktive Compliance, Zerstreuung, Informationssuche sowie insgesamt ein hohes Maß an eigener Aktivität, wie Urlaub, Freizeitgestaltung usw.. Für die Umsetzung eines aktiven Copings ist die Misteltherapie hilfreich, da sie das körperliche und emotionale Befinden verbessert. Denn nur unter physisch wie psychisch guter Kondition können auch eigene Aktivitäten entwickelt werden. Daher, so Gerber, ist es in der Psychoonkologie ganz entscheidend, Stressmanagementsysteme für ein aktives Coping zu entwickeln und auf diese Weise nicht nur die Lebensqualität zu verbessern sondern auch die Überlebenszeit zu verlängern (s. Abb. 1).

Abb. 1: Faller et al., 1997: Geringer vs starker Stress und Überlebenszeitrate (Lungenkrebs)

Misteltherapie auf hohem EBM-Level abgesichert

Auch Dr. H. Matthes, Leitender Arzt der Abteilung Gastroenterologie / Onkologie des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe / Berlin, betonte in seiner Festrede, das die beiden harten Endpunkte "Lebensqualität" und "Überlebenszeit" die entscheidenden Parameter für Krebspatienten sind. "Dabei ist es aber notwendig, diese Parameter zu koppeln. Denn eine lange Überlebenszeit bei schlechter Lebensqualität ist nicht unbedingt erstrebenswert für Krebspatienten." Die Therapie mit Mistelgesamtextrakten, erklärte Matthes, leistet auf verschiedenen Gebieten ganz Erhebliches (s. Abb. 2): "Die Mistel ist zytotoxisch und verursacht eine Tumorhemmung, ist zytopathisch und kann die Apoptose induzieren, sie zeigt immunmodulative und -protektive Charakteristika." Auch die verbesserte DNA-Regeneration bzw. -Reparatur sind entscheidende Eigenschaften der Mistel, insbesondere weil viele Chemotherapeutika entsprechende DNA-Schäden provozieren. Ferner kann die Misteltherapie zu einer Verbesserung der Lebensqualität einmal über eine Normalisierung des Neuroendokriniums sowie über eine erhöhte ß-Endorphinausschüttung führen. Zusammenfassend sagte Matthes: "Bei der Misteltherapie sind durch Studien eine Lebensverlängerung auf dem EBM-Level 2b abgesichert, Lebensqualitätssteigerung sowie die verbesserte Verträglichkeit von Chemo- und Radiotherapie sogar auf dem EBM-Level 1a. Somit gehört die Misteltherapie zum Standard in der Onkologie."



WirkungenWirkungsweise
TumorhemmungDirekt: Apoptose-Induktion ↑, Proteinsynthese ↓
Indirekt: Immunol. Effektorzellen ↑
ImmunmodulationAnzahl Immunol. Effektorzellen ↑
Aktivität ↑
Zytokinfreisetzung ↑
ImmunprotektionDNA-Stabilität ↑, DNA-Reparatur ↑
Immunsuppressive Wirkung der Chemotherapie ↓
Verbesserung der LebensqualitätNormalisierung des Neuroendokriniums
ß-Endorphin ↑
Abb. 2: Wirkungen der Misteltherapie

Juryentscheidung

Zwei Bewerbungen erfüllten die Ausschreibungskriterien des AG Tumortherapiepreises 2009, stellte Prof. D. Müller, Hamburg, einleitend in seiner Preis-Begründung fest. Die beiden Bewerber HELIXOR® (Fa. Helixor Heilmittel, Rosenfeld) und Lektinol® (Fa. Madaus, Köln) sind in Deutschland zugelassene naturheilkundliche Arzneimittel für die Behandlung von malignen Geschwulsterkrankungen. Es handelt sich dabei um schwerwiegende Erkrankungen, bei denen die Mistel-Präparate ergänzend zu schulmedizinischen onkologischen Therapien eingesetzt werden. Ihr Einsatz vermindert die unerwünschten Wirkungen der konventionellen Therapie, aktiviert das körpereigene Immunsystem und die Selbstheilungskräfte und führt damit zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität. Während Lektinol® ausschließlich für die Anwendung im Rahmen einer palliativen Tumortherapie zur Verbesserung der Lebensqualität zugelassen ist, kann HELIXOR® darüber hinaus auch in der adjuvanten Tumortherapie zur Rezidivprophylaxe verordnet werden.

HELIXOR® in adjuvanter und palliativer Therapie erstattungsfähig

"Gerade unter Praxisbedingungen", erklärte Müller, "ergeben sich erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Mistel-Präparaten." Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Lektinol® ein phytotherapeutischer auf Mistellektin-I-normierter Mistelextrakt ist. Bei HELIXOR® hingegen handelt es sich um einen wässrigen Mistelgesamtextrakt der anthroposophischen Therapierichtung, der in Form von Subspezies (Kiefer, Apfel und Tanne) zur Verfügung stehen. "Die einzelnen Helixor-Präparate haben nicht nur differente stoffliche Zusammensetzungen, sondern zeigen auch unterschiedliche Wirkungen hinsichtlich Immunstimulation und tumorspezifischer Zytotoxizität sowie in ihrer Verträglichkeit. Dies ermöglicht differenzierte und individuell auf die Patientenbedürfnisse angepasste Behandlungsstrategien", betonte Müller den klaren Benefit der Helixor-Präparate A, M und P gegenüber Lektinol®. Diese individuelle Patientenorientierung wie auch die Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von HELIXOR® sowohl in der adjuvanten als auch in der palliativen Tumortherapie zu Lasten der GKVen hat den Ausschlag zugunsten des anthroposophischen Mistelgesamtextraktes gegeben, begründete Müller die Juryentscheidung. Zusammenfassend ist die Jury davon überzeugt, dass damit ein Medikament ausgezeichnet wird, das nach Erfahrung auch von renommierten Onkologen inzwischen als unverzichtbarer Bestandteil einer rationalen Tumortherapie gilt, sagte Müller abschließend. Daher war es nur konsequent dem anthroposophischen Mistelgesamtextrakt HELIXOR® den Tumortherapiepreis 2009 zu verleihen.



Quelle: Praxis Magazin 10 / 2009     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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