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  Komplementär-onkologisches Management

Mistelgesamtextrakte haben hohen Stellenwert in der Onkologie




Die Therapie mit Mistelgesamtextrakten hat im Sinne eines multimodalen Behandlungsansatzes einen wissenschaftlich gesicherten hohen Stellenwert in der Tumortherapie. Dieses Resümee zogen Experten aus Klinik und Praxis anlässlich einer unlängst von dem renommierten Kieler H. G. Creutzfeldt-Institut durchgeführten Expertenkonferenz. Dieser Expertenkonsens wurde anschließend bei Prof. Beuth, Köln, Prof. Borchard, Düsseldorf, Prof. Gerber, Kiel und Dr. Matthes, Berlin hinterfragt.

Die Lebenszeitverlängerung von Krebspatienten wird immer als das entscheidende Therapieziel herausgestellt – aber spielt nicht auch gerade die Verbesserung der Lebensqualität eine entscheidende Rolle?

Prof. Gerber: Das Überleben nimmt selbstverständlich für jeden Patienten eine zentrale Stellung in seinem Erleben ein. Aber genauso wichtig ist es für ihn auch die Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Schmerzzustände während einer Chemotherapie auf ein erträgliches Maß vermindert zu bekommen. Auch hofft der Patient darauf, relativ frühzeitig wieder in sein gewohntes familiäres Umfeld zurückzufinden, um seine Alltagskompetenz zurückzuerlangen – er möchte seine alltäglichen Dinge wieder selbst erledigen können. Das sind für ihn wichtige Merkmale der Lebensqualität.

Es werden viele Arzneimittel und Wirkstoffe für die komplementäre onkologische Behandlung von Krebspatienten angeboten. Welche dieser Wirkstoffe halten Sie für relevant?

Prof. Borchard: Es gibt eine ganze Reihe von komplementären Maßnahmen. Hier sind zu nennen: Die Verwendung von tierischen Extrakten, wie z. B. Thymus, pflanzliche Stoffe, Vitaminderivate, Spurenelemente wie Selen – und natürlich auch die Mistelextrakte. Schaut man sich die Studienlage an, so sind die Daten zu den Mistelpräparaten im Rahmen von randomisierten kontrollierten Studien und durchgeführten Kohortenstudien am besten dokumentiert.

Welches sind für Sie aktuell die wichtigsten Studien mit Mistelpräparaten? Können Sie uns kurz deren wichtigste Ergebnisse schildern.

Dr. Matthes: Langzeit-Studien sind für mich am entscheidensten, da es dort weniger um Interventionsuntersuchungen als viel mehr um die Frage nach der Lebensqualität und auch des Outcomes geht. Eine der wesentlichen Studien ist sicherlich die von Piao et al. mit HELIXOR®. Diese Studie hat gezeigt, dass sich die Lebensqualität während der Chemotherapie deutlich durch die Gabe von Mistelgesamtextrakten verbessert. Aber auch aktuelle Untersuchungen werden für Mamma-Karzinom Patientinnen zeigen, dass sich die Lebensqualität wie auch das Outcome verbessern.

Sie haben gerade eine retrolektive Studie zur Misteltherapie mit HELIXOR® abgeschlossen. Können Sie uns bitte die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenfassen.

Prof. Beuth: Die Studie wurde mit Mamma-Karzinom-Patientinnen durchgeführt. Als wichtigstes Ergebnis zeigte sich, dass die Lebensqualität dieser Patientinnen bei einer bis zu 5 Jahren andauernden Behandlung mit Mistelextrakt signifikant verbessert wurde. Dabei wurde die Misteltherapie nach der Durchführung der tumordestruktiven Maßnahmen dokumentiert. Interessanterweise wurde die Lebensqualität mit zunehmender Behandlungsdauer gegenüber der Kontrollgruppe weiter gesteigert. Folglich lässt sich mit Hilfe der Misteltherapie über einen langen Zeitraum hinweg die Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen signifikant verbessern.

Für die Mistelpräparate ist die s.c. Gabe zugelassen. Glauben Sie, dass andere Applikationsarten die Effizienz und die Wirksamkeit der Therapie noch steigern können?

Dr. Matthes: Die s.c. Gabe ist die häufigste Art der Applikation aber es gibt bereits Pilotstudien, die gezeigt haben, dass die intravenöse Applikation eines Mistelpräparates den zytotoxischen Effekt einer s.c. Gabe bei weitem übersteigt. Zum anderen enthält die Mistel zytotoxische Substanzen, die direkt tumorsupressiv oder tumordestruktiv wirken. Zum Beispiel konnte in ersten Studien beim Pankreas-Karzinom und beim Ösophagus- Karzinom nachgewiesen werden, dass bei einer intratumoralen Gabe, Tumore zerstört werden können.



Quelle: Praxis Magazin 9 / 2007     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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