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Misteltherapie bei soliden Tumoren



Prof. Dr. med. Josef Beuth, Köln
Prof. Dr. med. Josef Beuth, Köln
Mistelgesamtextrakte sind ein wichtiger Bestandteil der evidenzbasierten komplementären Tumortherapie. Um die Misteltherapie aus praktischer Sicht zu vereinfachen, wurde unlängst eine Expertenkonferenz unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Tumortherapie des renommierten H. G. Creutzfeldt-Instituts initiiert. Im Rahmen dieser Konferenz berichtete Prof. Dr. Josef Beuth, Geschäftsführender Direktor des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren, Universität zu Köln, über Praxis, therapeutische Wirkungen und Arzneimittelsicherheit einer Misteltherapie.

Prof. Beuth, welches sind die Hauptwirkungen der HELIXOR®-Therapie?

Aus meiner Sicht ist die Hauptwirkung die Steigerung der Abwehrfunktionen. Eine weitere entscheidende Wirkung ist sicherlich die Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten.

Warum soll die Misteltherapie aus medizinischer Sicht zum frühestmöglichen Zeitpunkt einer Krebsbehandlung eingesetzt werden?

Krebserkrankungen gehen zuweilen mit einem Immundefizit einher. Daher ist es nur plausibel, relativ früh mit einer Misteltherapie anzufangen, um nicht optimale Immunfunktionen zu stabilisieren bzw. zu stärken.

Würden Sie die Misteltherapie, wenn sie den Patienten hilft, auch bis zum Tod einsetzen?

Ja, das ist die klassische Anwendung der Misteltherapie in der palliativen Situation. In diesem Krankheitsstadium kann meist in Bezug auf die Lebenszeit nicht mehr viel erreicht werden, aber die Lebensqualität wird verbessert. Im palliativen Bereich ist es entscheidend, klassische Parameter wie z. B. Schmerzlinderung oder Stimmungsaufhellung zu verbessern – und eben diese Parameter können durch die Misteltherapie positiv beeinflusst werden. Daher sollte die Misteltherapie, solange der Patient von ihr profitiert, auch tatsächlich bis zum Lebensende durchgeführt werden.

Wie schätzen Sie die Arzneimittelsicherheit der Mistelpräparate ein?

Wenn wir den fundierten wissenschaftlichen Abhandlungen, z. B. von Prof. Nagel folgen, muss man sagen, dass die Misteltherapie eine sehr sichere Therapie darstellt. Es treten kaum Nebenwirkungen im schweren Ausmaß auf, noch sind welche bekannt. Daher meine ich, die Arzneimittelsicherheit ist bei Mistelpräparaten außergewöhnlich hoch.

Es tauchen immer wieder Artikel zu den möglichen Gefahren einer Misteltherapie auf. In diesem Zusammenhang wird vor allem das Argument eines potentiellen Tumorenhancement durch die Mistelbehandlung diskutiert. Was ist wahr an diesen Vorwürfen?

Wahr ist sicherlich, dass theoretisch immunaktive Substanzen auch Wachstumsfaktoren freisetzen können. Dadurch könnte prinzipiell ein Tumorenhancement ausgelöst werden. Zu diesem Thema wurden fundierte Untersuchungen an verschiedenen Tumor- Zelllinien durchgeführt. Weder durch Mistelpräparate noch durch Mistellektine konnte im experimentellen invitro-Ansatz ein Tumorzellwachstum ausgelöst werden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen somit, dass weder Lymphom-, noch Leukämie-, noch Melanom- oder andere Tumorzellen im Reagenzglas unter dem Einfluss von Mistelpräparaten schneller wachsen. Von daher sind aus meiner Sicht Mistelpräparate sehr sicher.

Welche Parameter der Lebensqualität lassen sich durch die HELIXOR®- Therapie besonders gut beeinflussen?

Alle Parameter, die durch Endorphine beeinflusst werden. Endorphine sind körpereigene Opiate, die einen positiven Einfluss auf die Stimmungslage haben und die psychische Reaktivität verbessern. Ferner lässt sich das Fatique-Syndrom, also Schwäche und Müdigkeit, positiv durch eine HELIXOR®-Therapie beeinflussen. Daneben werden auch Symptome des Magen- und Darmtrakts, wie Erbrechen, Übelkeit und Durchfälle, gebessert. Diese Ergebnisse konnten auch in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.

Prof. Beuth, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: Praxis Magazin 10 / 2008     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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