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Misteltherapie bei soliden Tumoren



Prof. Dr. V. Fintelmann, Hamburg
Prof. Dr. V. Fintelmann, Hamburg
Die Misteltherapie hat einen hohen Stellenwert in einer rationalen Tumortherapie. Trotzdem gilt die Therapie mit Mistelgesamtextrakten mitunter als schwierig und die Wirtsbaumwahl teilweise als undurchsichtig. Aus diesem Grund wurde unlängst eine Expertenkonferenz unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Tumortherapie des renommierten Kieler H. G. Creutzfeldt-Instituts initiiert, in der Praxisleitlinien der evidenzbasierten komplementären Misteltherapie bei soliden Tumoren diskutiert und verabschiedet wurden. Im Rahmen dieser Konferenz befragten wir Prof. Dr. Volker Fintelmann, Vorstand Carus- Akademie Hamburg, zur Therapie mit Mistelgesamtextrakten.

Prof. Fintelmann, warum soll die Misteltherapie aus medizinischer Sicht zum frühestmöglichen Zeitpunkt einer Krebsbehandlung eingesetzt werden?

Die Misteltherapie ist von allen Krebstherapien diejenige, die am meisten auf den ganzen Menschen ausgerichtet ist. Und wenn ich bedenke, wie stark gerade die Misteltherapie auch die psychische Seite eines Patienten stabilisiert, sollte möglichst früh damit begonnen werden. Denn die Patienten müssen unabhängig davon, welche weiteren Therapien, z. B. Operationen oder Chemo-/Strahlentherapie, auf sie zukommen, erst einmal wieder Boden unter ihre Füße bekommen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die folgenden therapeutischen Interventionen auch wirklich verkraftet werden können. Deshalb ist für mich die Misteltherapie in der zeitlichen Abfolge immer die erste Therapie.

Warum hat sich empirisch eine Differentialtherapie mit den drei Mistelarten (Apfel-, Tannen- und Kiefernmistel) bewährt?

Weil sie ganz unterschiedliche Wirkprofile haben. Das ist zwar auf den ersten Blick erstaunlich, weil es sich immer um eine Mistel handelt, aber offensichtlich macht der Wirtsbaum die Unterschiede aus. Die verschiedenen Mistelsorten enthalten bestimmte Inhaltsstoffe in unterschiedlichen Konzentrationen, beispielsweise ist der Lektingehalt in allen 3 Unterarten unterschiedlich. Somit gibt es Mistelsorten, die bei besonders guter Verträglichkeit eine starke immunmodulierende Wirkung zeigen und es gibt Mistelsorten, die eine hohe direkte zytotoxische Wirkung aufweisen.

Warum kann ein Sortenwechsel im Laufe der Misteltherapie sinnvoll und notwendig sein und warum eignet sich besonders HELIXOR® P als Second- Line-Therapie?

Der Wechsel zu HELIXOR® P kann durch Nachlassen der Wirksamkeit oder durch ungenügendes Ansprechen eines Patienten auf eine andere Mistelart einfach notwendig werden. Allerdings muss bedacht werden, dass gerade bei einem sehr frühzeitigen Einsatz des sehr lektinreichen Präparates HELIXOR® P unter Umständen eine ergänzende Wirkung verspielt wird, da in diesem Fall sehr früh Antikörper gegen das Lektin gebildet werden. Deshalb ist eine Stufenfolge A, M und P ausgesprochen empfehlenswert. Man behält durch diese Abfolge praktisch immer die Möglichkeit, die Wirkung der Misteltherapie noch einmal zu steigern.

HELIXOR® P ist das lektinreichste HELIXOR®-Präparat und das lektinreichste Kiefernmistelpräparat überhaupt auf dem deutschen Markt. Welche Möglichkeiten ergeben sich dadurch für den behandelnden Arzt?

Wenn der Therapeut aus Überzeugung ein Kiefermistelpräparat mit einer starken zytotoxischen Wirkung anwenden will, ist HELIXOR® P gegenüber anderen Kiefernmistelarzneimitteln einfach das Mittel der Wahl. Es gibt Herstellungsverfahren anderer Hersteller, bei denen die Kiefermistelpräparate einen sehr niedrigen oder fast gar keinen Lektingehalt aufweisen. Außerdem lohnt sich der Umstieg auf HELIXOR® P, wenn mit anderen Mistelpräparaten unbefriedigende Ergebnisse erzielt werden.

Worin liegen die Unterschiede einer Dosiserhöhung mit Serienpackungen gegenüber der Dosiserhöhung mit Originalpackungen unterschiedlicher Dosierungsstufen?

Mit den Originalpackungen hat man in jedem Fall mehr individuelle Möglichkeiten. Der behandelnde Arzt kann speziell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt oder auch besonders verträglichkeitsorientiert dosieren. Bei den Serienpackungen ist die zeitliche Abfolge der einzelnen Dosierungsstufen genau festgelegt, was auch einen unerwünschten Einfluss auf die Verträglichkeit haben kann.



Quelle: Praxis Magazin 6 /2008     Download PDF-Download

Autoren:
Redaktion Praxis Magazin


 

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