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  28. Deutscher Krebskongress 2008 in Berlin

Mistel: Ein wichtiger Therapiebaustein einer rationalen Krebstherapie



Brandenburger Tor
Brandenburger Tor
Die Mistel ist mit dem komplementären Ansatz aus der modernen Krebsbehandlung nicht mehr wegzudenken. Erstaunliche Ergebnisse vermittelt auch eine tierexperimentelle Untersuchung der Charité Berlin in einer noch jungen Indikation, der akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter. Zudem deuten aus den USA aktuelle Studienergebnisse an, dass ein Ansprechen auf die Misteltherapie bei Kolon-, Mamma-, Pankreas- und nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen stattfindet. Ein wichtiger Befund, dem man nachgehen muss: Verhindert die Misteltherapie die Metastasierung?

So nehmen 30 – 40 % der Kinder, die in der Klinik für Hämato- und Onkologie behandelt werden, Ansätze aus der Komplementärmedizin wahr, erläuterte Georg Seifert, Charité Berlin. Zur häufigsten hämatologischen Erkrankung im Kindesalter, der akuten lymphatischen Leukämie (ALL), gibt es jedoch noch keine in-vivo-Daten zur Mistel. Daher untersuchte er im Mausmodell zwei Mistel-Gesamtextrakte der Firma HELIXOR: Helixor® A und P. Letzteres war in in-vitro-Versuchen deutlich toxischer als Helixor® A.

Seifert injizierte Mäusen in den Dosierungen 1 mg, 50 mg und 100 mg pro kg Körpergewicht Helixor A und P. Alle acht Mäuse mit ALL wurden mit Cyclophosphamid behandelt. Die Toxizitätsdaten, berichtete Seifert, überraschten: Während der dreiwöchigen Therapie verbesserten die Tiere signifikant das Überleben (bis zu 55,4 Tage) in allen getesteten Konzentrationen der Mistelextrakte gegenüber der Kontrolle (34,6 Tage). Seifert konnte keine hämatologischen Nebenwirkungen beobachten.

Phase I-Studie: Mistel und Gemcitabin

M. D. Patrick J. Mansky, National Institutes of Health/National Center for Complementary and Alternative Medicine, USA, berichtete über die ersten Ergebnisse dieser Phase I-Studie bei fortgeschrittenem Krebs (Stadium IV).

Das vorrangige Ziel der Studie war es, die Mistel in Kombination mit Gemcitabin bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumoren zu untersuchen: Zum einen, um mögliche Chemotherapieinteraktionen zu evaluieren; zum anderen, um zu analysieren, ob die Mistel Toxizitäten der Chemotherapie mindern kann und inwieweit sich dadurch immunologische Parameter positiv verändern lassen. Sekundäre Ziele waren die Wiederherstellung der Neutrophilenkonzentration und das Tumoransprechen. Das Design war eine Dosiseskalationsstudie. Die Basistherapie war Gemcitabin mit 750 mg/m2 in einem dreiwöchigen Zyklus am Tag 1 und 8. Anschließend wurde ein Misteleskalationsschema mit Helixor A durchgeführt. Beginnend bei einer Dosierung von 20 mg wurde die Dosis bis auf 250 mg auftitriert.

Krebserkrankungen im Stadium IV

Es wurden insgesamt 44 Patienten im Alter zwischen 29 und 84 Jahren in die Studie eingeschlossen (20 Frauen, 24 Männer). Alle Krebserkrankungen waren Stadium IV. 11 Patienten bekamen bisher keine Chemotherapie, 23 hatten bereits eine Chemo- und/oder Strahlentherapie erhalten. Den größten Anteil an Karzinomen machte das Kolonkarzinom aus, gefolgt von Mamma-, Pankreas- und nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen. Bei den Nebenwirkungen waren insbesondere Fieber und lokale Einstichreaktionen am häufigsten, führten aber nicht zu einer Dosisreduktion.

Bemerkenswert war, so Mansky, dass „wir zwar bei drei Patienten (zwei Mammakarzinome und ein Kolorektalkarzinom) eine positive Lymphadenopathie im PET-Scan gesehen haben, aber die spätere Biopsie der Lymphknoten lediglich eine Lymphozyten-Infiltration und keine Metastasierung ergab.“

Vorläufige Daten präsentierte Mansky zur Therapieresponse: Bei 27 von 44 Patienten (61 %) wurden alle 3 Zyklen durchgeführt. Trotz der weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen der Patienten konnte bei 10 % eine partielle Response (nach RECIST-Kriterien eine 30%ige Verringerung der Tumorgröße), bei 47 % eine Tumorstabilisierung und lediglich bei 43 % eine Progredienz nachgewiesen werden. Die partielle Response betraf ausschließlich Pankreaskarzinome. Die weitere statistische Auswertung der Daten wird insbesondere unter dem Aspekt einer Überlebensanalyse erfolgen, schloss Mansky.



Quelle: Praxis Magazin 3 / 2008     Download PDF-Download Dr. med. Nana Mosler

 

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